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Was bedeutet „containern“? – Aufklärung, Beispiele & Synonyme

containern

Containern oder auch als Mülltauchen genannt bezeichnet das Mitnehmen von weggeworfenen Lebensmitteln aus Abfallcontainern. Dies erfolgt in der Regel vor Supermärkten, oder auch Fabriken. Hierbei gehen Menschen nach Ladenschluss auf die Suche nach Lebensmitteln, die noch verwertet werden können. So werden z.B. Gurken mit Dellen oder seit einem Tag abgelaufener Jogurt gerettet.

Containern – Was ist das?

Containern oder auch als Mülltauchen genannt bezeichnet das Mitnehmen von weggeworfenen Lebensmitteln aus Abfallcontainern. Dies erfolgt in der Regel vor Supermärkten, oder auch Fabriken. Hierbei gehen Menschen nach Ladenschluss auf die Suche nach Lebensmitteln, die noch verwertet werden können. So werden z.B. Gurken mit Dellen oder seit einem Tag abgelaufener Jogurt gerettet.

Wieso landen so viele Lebensmittel im Müll?

Viele Geschäfte werfen Lebensmittel weg, die noch gut zu essen sind, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist, sie nicht mehr schön aussehe oder schlicht und einfach ein Überschuss besteht. Dies trifft vor allem auf Obst und Gemüse zu, das so für den Kunden im Supermarkt unattraktiv für einen Kauf erscheint. Diese Lebensmittel könnten allerdings oftmals noch gut verzehrt werden und schmecken auch noch gut. Ebenso stellen sie kein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar, da das Mindesthaltbarkeitsdatum sehr gut bemessen ist.

Warum wird containert?

Die Menschen, die das containern betreiben sind einerseits bedürftige Menschen, die sich Lebensmittel aus dem Supermarkt nicht leisten können oder bei denen das Geld am Ende des Monats nicht mehr ausreicht. Hiervon gibt es in Deutschland ganze 15,7% der Gesamtbevölkerung. Diese Menschen fallen unter diese Armutsgrenze und haben teilweise Schwierigkeiten täglich etwas Nahrhaftes auf den Teller zu bekommen. Die andere Gruppe an Menschen, die Lebensmittel aus den Containern holt, bezeichnen sich als sogenannte Lebensmittelretter. Ein weiterer Begriff ist der des Mülltauchers oder der Mülltaucherinnen.. Es sind meist junge Menschen, die sich für den Erhalt unserer Umwelt einsetzen wollen und nicht dabei zusehen wollen, wie täglich massenweise gutes Essen in der Tonne landet. Schließlich hungern weltweit knapp 690 Millionen Menschen.

Die reichen Länder, worunter auch Deutschland fällt, verschwenden diese wertvolle Nahrung. Diese Lebensmittelretter containern aus Protest und nicht weil sie nicht genug Geld für Lebensmittel besitzen. Oft verabreden sich diese in den sozialen Netzwerken und machen sich abends gemeinsam zu den Supermärkten auf. Anschließend teilen sie die leckeren Gerichte, die sie aus den gesammelten Lebensmittel zubereitet haben, auf Facebook und Instagram. Wenn man bedenkt dass die Produktion von Lebensmitteln unsere Umwelt und deren Ressourcen enorm belastet, sind die Mülltaucher/innen im Recht. Doch darf man in Deutschland Lebensmittel aus den Containern nehmen?

Ist das containern in Deutschland erlaubt?

Nein, das Containern ist in Deutschland illegal. Hierbei greift vor allem die Bezeichnung des Hausfriedensbruchs. Sich nach Ladenschluss auf dem Gelände des Supermarktes aufzuhalten und an deren Eigentum, die Müllcontainer, zu gehen ist nicht erlaubt. Ebenso kann dies in Deutschland als Diebstahl geahndet werden. Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) ist eine Befürworter der Containerisierung. Er hat auf der Justizministerkonferenz im Mai 2019 einen Antrag zur Legalisierung eingebracht. Doch die Mehrheit der CDU-Länder lehnte die Initiative ab. Die Gründe dafür seien, dass das Containern menschenunwürdig und hygienisch problematisch sei.

Projekte um Lebensmittel zu retten

Mittlerweile gibt es einige Organisationen und regionale Projekte, die verhindern wollen, dass Lebensmittel unnötig weggeworfen werden. Anstatt sie also wegzuwerfen, füllen einige Unternehmen sie in Behälter ab und verkaufen sie für einen günstigeren Preis. In Zeiten des Internet wurden ebenso Apps entwickelt, bei denen man sich als Lebensmittelretter registrieren kann. Hier wird man dann von den Supermärkten informiert, sobald Lebensmittel zur Abholung bereitstehen, die sonst weggeworfen werden würden. Weitere Projekte bestehen aus wohltätigen Organisationen, die die Lebensmittel an wirklich bedürftige Menschen abgeben. Größere Organisationen sind ebenso in der Lage, die Lebensmittelweitergabe logistisch zu managen. Doch genau dieser logistische Aufwand ist oftmals sehr hoch und für die Organisationen oftmals unrentabel. So kommt es, dass trotz toller Projekte mehr als 90% aller unverkauften und abgelaufenen Lebensmittel im Müll landet. Viele Fordern deshalb ein Gesetz wie in Frankreich.

Dieses zwingt Supermärkte dazu alle weggeworfenen Lebensmittel zu spenden. Zwei Studenten sind hierfür im Sommer 2020 vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Diese sollte festhalten, dass Containern kein Diebstahl ist. Denn sie sind überzeugt: Wenn jemand etwas in den Müll wirft, kann es ein anderer genauso gut mitnehmen. In Deutschland. Bei den Studenten handelt es sich um David Schönherr und Felix Holzwarth aus Berlin bzw. München. Die beiden haben an der Universität einen Verein namens „Food Rescue“ gegründet. Dabei geht es nicht darum, alles aus den Mülleimern der Supermärkte selbst einzusammeln, stattdessen wollen sie Netzwerke aufbauen, die dabei helfen Lebensmittel zu retten.

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