Home » Gesunde Lebensmittel » Warum sind Nüsse so teuer? – Aufklärung

Warum sind Nüsse so teuer? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Nüsse sind sehr beliebt auf unserem Speiseplan. Sie dienen als Nervennahrung zum Knabbern, bereichern und verfeinern Salate und Soßen. Doch Nüsse sind teuer. Ursache sind schlechte Ernten durch wetterbedingte Schwankungen wie frostige Nächte, Hagel oder extreme Trockenheit.
Zudem fehlen Bienen zur Bestäubung der Nussbäume und -sträucher. Aufwendige Pflege und schwierige Erntebedingungen sowie teure Verarbeitungsprozesse treiben die Kosten in die Höhe.

Welche Nussarten gibt es?

Nicht jede Nuss ist eine Nuss im biologischen Sinne.
Wir unterscheiden:

  • Hülsenfrüchte, sie sind mit den Erbsen verwandt
  • Steinfrüchte, sie sind mit Pflaumen verwandt
  • Kapselfrüchte
  • echte Nüsse

Steinfruchtnüsse

Pekannüsse, sie ist mit der Walnuss verwandt und schmeckt auch wie sie. Die dünne Schale ist leicht zu knacken. Die Pecannussbäume waren ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Heute kultiviert man sie in Australien, Südafrika, Hawaii, Brasilien, Israel und China. Sie sind teuer, weil hohe Transportkosten und Zölle anfallen.

Cashewkerne wachsen am Cashewbaum, ein Sumachgewächse und stammen aus Brasilien. Sie sind teuer, weil die Verarbeitung sehr schwierig ist. In jeder Frucht ist nur ein Kern, der in ein dickes Fruchtfleisch eingebettet ist.

Pistazien, sie stammen vom Pistazienbaum oder -strauch und gehören zu den Sumachgewächsen. Sie werden überwiegend im Iran, in der Türkei und in Kalifornien angebaut.
Sie sind so teuer, weil

  • ein Baum sieben Jahre braucht, bis er erste Früchte hat
  • die Ernte nur alle zwei Jahre lohnenswert ist
  • die Ernte erfolgt oft von Hand, direkt vom Baum gepflückt oder vom Baum geschüttelt
    anschließend müssen sie getrocknet werden

Mandeln kommen überwiegend aus Kalifornien. Der Mandelbaum ist ein Rosengewächs, dessen Samen die Mandelkerne sind. Weil in Kalifornien häufig mit Dürre zu kämpfen hat, fallen die Ernten geringer aus und für den Anbau und Erhalt wird mehr Wasser benötigt, was zu höheren Kosten führt.

Hülsenfruchtnüsse

Erdnüsse gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler und sind Hülsenfrüchtler. Die englische Bezeichnung Peanuts zeigt ihre Verwandtschaft zur Erbse, da Peanuts Erbsennüsse bedeutet. Die ungesalzenen Erdnüsse sind teurer als die gesalzenen, weil das Salz den Geschmack verbessert, wenn eine niedrigere Qualität verwendet wurde.

Kapselfruchtnüsse

Paranüsse, sie gehören zu den Topfbaumgewächsen und stammen aus dem Amazonasgebiet. Sie wird deswegen auch als Amazonenmandel oder Brasilnuss bezeichnet. Die Paranuss hat eine sehr harte Schale und ist deswegen schwer zu knacken. Sie ist teuer, weil sie hauptsächlich aus Wildsammlungen stammt und aktuell von den drei Ländern Bolivien, Peru und Brasilien produziert wird.

Pinienkerne wachsen in den Pinienzapfen an der Pinie. Sie kommen hauptsächlich in der Türkei, Spanien, Portugal und Frankreich vor. Sie sind teuer, weil die Pinie erst nach zwanzig Jahren Zapfen trägt. Pinien wachsen überwiegend wild, es gibt kaum Kulturanpflanzung. Die Ernte ist aufwendig, da die Pflücker an den Bäumen hochklettern müssen. Über den Sommer trocken die Zapfen und die Pinienkerne fallen heraus. Die Kerne werden gewaschen und das Häutchen entfernt.

Echte Nüsse

Haselnüsse kommen überwiegend aus der Türkei, einige aus Italien und kleinere Mengen aus Thüringen und Bayern. Sie wachsen an Haselnusssträuchern und gehören zu den Birkengewächsen. Es gibt zwei Arten:

Lambertsnüsse aus dem Mittelmeerraum
Zellernüsse aus Deutschland

Haselnüsse sind teuer, weil der Strauch erst nach drei bis fünf Jahren Früchte trägt. Die Sträucher sind anfällig für Schädlinge und die Verarbeitung ist aufwendig. Die Pflege benötigt viel Wasser und Nährstoffe, das führt zu hohen Kosten.

Macadamia, sie wird als Königin der Nüsse bezeichnet. Sie ist eine Silberbaumfrucht. Sie sind die teuersten Nüsse der Welt und kommen nur in Südamerika, Südafrika und auf Hawaii noch vor. Die Bäume haben erst nach sieben bis zehn Jahren essbare Früchte. Geerntet wird überwiegend per Hand. Der Reifegrad ist schwer zu überprüfen, da die harte Schale sich nur schlecht öffnen lässt.

Walnüsse, ursprünglich stammt der Baum aus Asien. Noch kommen sechzig Prozent aus China, der Rest aus Frankreich, Kalifornien und Chile. Sie sind teuer, weil Anbau und Verarbeitung aufwendig sind. Die Nüsse werden vom Baum geschüttelt, aufgesaugt und anschließend gewaschen, getrocknet. Ein großer Teil wird geschält verkauft, was weitere Verarbeitungsschritte nötig macht.

Kastanien, werden auch Maronen genannt. Die Edelkastanie ist ein Buchenbaumgewächs und war in den Mittelmeerländern beheimatet. Kastanien sind leicht verderblich und müssen schnell konserviert werden. Sie sind teuer, wenn die Ernten schlecht ausfallen. Häufiger Grund hierfür sind Schädlingsbefall durch die Gallwespe. Sie lässt den gesamten Baum absterben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.