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Warum sind Erdbeeren Nüsse? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Erdbeeren werden von vielen gerne vor allem in der warmen Jahreszeit verzehrt. Bestimmt assoziieren Sie mit den „Königinnen der Früchte“ vor allem den intensiv fruchtigen Geschmack und die kräftige rote Farbe. Haben Sie allerdings gewusst, dass der Name „Beere“ nicht gerechtfertigt ist?

Klassifizierung als Sammelnussfrüchte

Wie bei einigen anderen Obst- und Gemüsesorten trügt auch hier der Schein: Die rote Farbe in der Erdbeere ist nicht die eigentliche Frucht, Früchte wie diese werden nämlich als sogenannte „Scheinfrucht“ bezeichnet. Die gelb-grünen, gleichmäßig verteilten Körner an der Außenseite, sind die eigentlichen Nussfrüchte, über die sich die Pflanze fortpflanzen kann. Biologisch betrachtet gehören Erdbeeren also zu den Sammelnussfrüchten.

Botanischer Hintergrund

Um Ihnen das Ganze besser zu verdeutlichen, muss der botanische Hintergrund der Erdbeere unter die Lupe genommen werden. Die aromatischen Früchte werden nämlich unter den Rosengewächsen eingeordnet und zählen aufgrund ihrer Lebensform zu den Stauden. Ihre drei- bis fünfzähligen Blätter bilden eine Rosette aus. Nach einer kurzen Kältephase der Frucht bilden sich in der Mitte Trigolden aus, die kugel- bis schirmförmige weiße Blüten aufweisen. In den meisten Fällen bilden die leckeren Sommerfrüchte zwittrige Blüten aus, deren Pollen dann die Narben, also die „Mulden“, in den sich vor der Befruchtung noch keine Nüsschen befinden, derselben Pflanze befruchtet. Werden die Erdbeeren bestäubt, so nehmen sie nach einigen Wochen ihre rote Farbe und die typische fleischige Konsistenz an. In den Narben bilden sich im Zuge dieses Prozesses allmählich die Nussfrüchte. Der Name „Sammelnussfrucht“ lässt sich aus biologischer Sicht vor allem aus einem bestimmten Grund rechtfertigen. Die saftige Frucht bildet im Inneren nämlich, wie es bei Nüssen üblich ist, keinen Kern aus.

Zu welcher Gruppe gehören Himbeeren und Brombeeren?

Die kleinen „Sammelnussfrüchtchen“ auf der Erdbeere befinden sich auf keiner anderen Frucht. Allerdings zählen beispielsweise auch Himbeeren und Brombeeren, wie Sie vielleicht schon richtig vermutet haben, genau genommen nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelsteinfrüchten, weil sie aus vielen winzigen Steinfrüchten bestehen.

Was ist eine Nuss?

In der Botanik werden Nüsse als Schließfrüchte bezeichnet, damit ist gemeint, dass drei Schichten in ihrer Fruchtwand verholzt sind. Darüber hinaus muss die Nuss, der einzige Samen, vollkommen von der innersten Schicht umgeben sein. Diese drei Schichten stellen die Nussschale dar, die vor dem Verzehr geknackt werden, um den verzehrbaren Teil, die eigentliche Nuss, zu erhalten.

Ausreißer unter Nüssen

Wenn viele „Beeren“ gar keine richtigen Beeren, sondern Nüsse sind, gibt es dann vielleicht auch Nüsse, die ebenso einen unberechtigten Namen tragen? Richtig geraten! Ein beliebter Ausreißer ist hierbei die Erdnuss, da sie mit Bohnen und Erbsen, genetisch in enger Verbindung steht. Genau wie Pekannüsse und Pistazien gehört diese zu den Schalenfrüchten, da der Samen zwar auch von mehreren Schichten umgeben ist, jedoch nur die innerste von ihnen verholzt ist. Sie können allerdings beruhigt sein, denn nicht alle Lebensmittel sind falsch benannt. Hasel-, Wal- und Macadamianüsse gehören ohne Wenn und Aber zu den echten Nüssen.

Fazit

Die äußeren grünlichen Körner, die „Nüsschen“, machen die Erdbeere aus botanischer Sichtweise betrachtet zu einer Sammelnussfrucht. Aufgrund dieser Einordnung hat die rote Frucht auch keinen Kern. Andere „Scheinbeeren“ wie die Himbeeren und Brombeeren gehören ebenfalls nicht zu den Beeren, weil sie aus mehreren einzelnen Sammelsteinfrüchten bestehen, die der „Beere“ ihren eigentlichen Namen geben.

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