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Warum ist Honig nicht vegan? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Seit Jahrtausenden sind tierische Produkte Teil der menschlichen Ernährung und doch wechseln immer mehr zu veganer Ernährung. Menschen wenden sich von Fleisch, Milch, Eiern und anderen Lebensmitteln ab, die aus oder mithilfe von Tieren hergestellt werden. Die Überzeugung hinter einer rein pflanzlichen Ernährung ist für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar.

Eines der verweigerten Produkte, das bei Nicht-Veganern immer wieder auf Unverständnis stößt, ist Honig.
„Honig besteht aus Blütennektar, oder? Und Pflanzen essen ist doch in Ordnung, oder?“
Um zu verstehen, warum Veganer auf Honig verzichten, betrachtet man zunächst seinen Entstehungsprozess, und wie das mit Überzeugungen der Veganer zusammenpasst.

Was ist Honig und wie entsteht er?

Honig ist die Nahrung der Bienen. Den Sommer über sammeln sie Nektar von Blüten und bringen ihn in ihren Bienenstock. Dort füllen sie ihn in Waben, essen und würgen ihn mehrmals wieder hervor. Durch Zusätze aus den Mägen der Bienen wird eine Fermentation in Gang gesetzt, wodurch Nektar nach und nach zu Honig wird, wie man ihn aus dem Supermarkt kennt.
Bienen produzieren diesen Honig als Vorrat für den Winter und sind auf ihn angewiesen. Neben Zucker und Wasser enthält er lebenswichtige Mineralstoffe und Vitamine, wovon sich das Bienenvolk in den kalten Monaten ernährt.

Honig ist folglich ein Produkt aus tierischer Herkunft. Per Definition verzichten Veganer auf diese Lebensmittel. Dem liegen verschiedene Motivationen zugrunde.

Vegane Ernährung aus ethischen Gründen

Veganer sind überzeugt von einer rein pflanzlichen Ernährung. Die häufigste Motivation ist die ethische Überzeugung, dass Menschen nicht auf Kosten von Tieren leben sollten. Tötung und Ausbeutung von Tieren ist für sie nicht vertretbar.
Bei der industriellen Fertigung von Honig wird dieser aus den Bienenstöcken entnommen und das Volk verhungert vor dem Frühling. In einigen Fällen wird es mit einem Zuckersirup, der die wichtigen Mineralstoffe und Vitamine nicht enthält, durch den Winter gebracht. Das macht die Tiere anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Erreger, die durch weltweiten Handel mit Bienenvölkern eingeschleppt werden, können sich schnell verbreiten und es kommt zu Massensterben.

Im Ökosystem sind Bienen nicht in erster Linie Produzenten von Honig, sondern vor allem als Bestäuber von Blüten unverzichtbar. Das führt zu einem ökologischen Problem, aufgrund dessen Veganer dem Verzehr von Honig ablehnend gegenüberstehen.

Der Einfluss des Honigkonsums auf das Ökosystem

Eine Bienengattung fliegt nur bestimmte Pflanzenblüten an. Die Pflanzenvielfalt in einer Region hängt davon ab, dass verschiedene Bienenarten vorhanden sind und die gesamte heimische Flora bestäubt wird. Stirbt eine Bienenart aus, sterben in dieser Region auch Pflanzenarten aus. Zur industriellen Herstellung von Honig werden nur wenige Honigbienenarten gehalten und in großer Zahl eingesetzt. Honigbienen verdrängen dadurch wilde Bienenarten, die aussterben oder die Region verlassen. Es kommt zu einem Artenverlust und infolge dessen zu einem Rückgang verschiedener Pflanzenarten, die auf die Bestäubung durch wilde Bienenvölker angewiesen sind.

Laut Veganismus ist Honig ein tierisches Produkt, dessen Konsum das ökologische Gleichgewicht stört und durch Ausbeutung von Tieren produziert wird. Häufig führen Veganer zudem ernährungsphysiologische Gründe für ihre Ernährungsweise ins Feld. Auch aus diesem Blickwinkel ist Honig verzichtbar. Er enthält keine essenziellen Stoffe, die der Mensch nicht auch mit pflanzlicher Ernährung zu sich nehmen kann. Aus diesen Gründen ist der Verzehr von Honig für Veganer nicht vertretbar.

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