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Warum hat Wasser ein Ablaufdatum? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Das MHD von Wasser prangt auf den Etiketten von Glas- und PET-Falschen vieler Hersteller

Wasser zählt zu einer der wohl wichtigsten Ressourcen für uns Menschen, denn wir benötigen es zum Trinken und somit zum Überleben. Verkauft wird Wasser hierzulande in PET- und in Glasflaschen. Wasser kann aber auch aus dem Wasserhahn laufen und von dort aus getrunken werden. Im Ausland gilt jedoch darauf zu achten, ob das Wasser aus dem Hahn tatsächlich trinkbar ist, denn viele Länder mischen ihrem Leitungswasser Chlor bei, weshalb dieses ungenießbar sein kann. Dann ist es für Menschen ratsam, besser auf Wasser in Flaschen zurückzugreifen, dass sie im Supermarkt erwerben können. Wer sich eine solche Flasche einmal genauer angeschaut hat, entdeckt erstaunliches, So haben viele Hersteller das Etikett mit einem MHD versehen. Dieses steht kurz für Mindesthaltbarkeitsdatum und soll bei Lebensmittel jeder Art angeben, wie lange sie haltbar und damit für Menschen genießbar sind. Doch warum kann ausgerechnet solch ein einfaches Produkt wie Wasser ablaufen?

Vielfach stehen vor allem PET-Flaschen in der Kritik, da sie aus Plastik hergestellt werden:

Wasser in PET-Flaschen steht nicht ohne Grund in der Kritik. Zum einen kann das Plastik über Abbauprozesse in die Umwelt gelangen und dort als Mikroplastik unser Grundwasser verunreinigen. Zum anderen zählt auch die Herstellung von Kunststoff als umweltbelastend. Als Folge sammeln sich die Reste von Plastikflaschen weltweit an und sind längst Teil des Kreislaufes geworden, der für schwere Langzeitschäden sorgen kann. Kunststoffe können aber auch eine negative Einwirkung auf unseren Körper haben. Ganz gleich, ob Mineralwasser mit Sprudel oder stilles Wasser: Wenn es in PET-Falschen abgefüllt wurde, können Bestandteile des Kunststoffes durchaus auch auf diese Weise in das Wasser gelangen und durch das Trinken in unseren Körper gelangen. Damit dies nicht geschieht, sollten Wasserflaschen immer korrekt gelagert werden, wenn sie aus Plastik bestehen.

Äußere Einwirkungen sorgen dafür, dass sich Bestandteile des Kunststoffes im Wasser absetzen können

Es gilt, PET-Falschen vor starker Sonneneinstrahlung und Hitze zu schützen. Beides sorgt dafür, dass sich Kunststoff noch schneller lösen kann. Das Polyethylenterephthalat kann dabei sogenannte Endokrine Disruptoren freisetzen. Dabei handelt es sich vor allem um Xenohormone, die das Hormonsystem des menschlichen Körpers schädigen und verändern können. Auch Antimon, ein sogenannter Katalysator des Kunststoffes, kann aus dem PET austreten und somit in das Wasser gelangen. Zudem kann Phthalsäureester ein Problem darstellen. Dies geschieht immer dann, wenn PET-Flaschen einer zu starken und langanhaltenden Hitzequelle ausgesetzt werden. Herkömmliche Raumtemperatur und kühle Temperaturen insgesamt stellen für den Austritt der Kunststoffbestandteile keine Gefahr dar. Sie können allerdings auch in geringen Konzentrationen in das Wasser abgegeben werden, wenn über Tage oder Wochen hinweg immer wieder etwas Sonne auf das Plastik scheint. Das schädliche Bisphenol A ist in deutschen Plastikflaschen hingegen nicht mehr zu finden.

Es dauert sehr lange, bis Wasser ablaufen kann

Es muss schon einiges an Zeit vergehen, damit sich Bestandteile des Plastiks herauslösen könnten, wenn keine äußere Einwirkung auf die Flasche trifft. Kohlensäurehaltiges Wasser verliert über Monate bis Jahre die keimhemmende Wirkungsweise und auch die Konzentration der Kohlensäure im Wasser der Falsche verringert sich. Als Folge kann sich im Extremfall eine Algenbildung im Wasser zeigen, Keime können sich vermehren und mindestens der Geschmack des Wassers umkippen, sodass dieses nicht mehr frisch schmeckt. Damit ein Wasser nicht mehr trinkbar ist, sind demnach äußere Faktoren von Bedeutung sowie eine falsche Lagerung und die Dauer der vergangenen Zeit nach Abfüllprozessen. Das Ablaufdatum gibt den ungefähren Zeitraum an, bis wann das Wasser in der Flasche, ganz gleich, ob aus Glas- oder PET-Flaschen, mindestens frisch schmeckt und somit genießbar bleibt. Darüber hinaus kann das Wasser aber trotzdem getrunken werden und nur in seltenen Fällen kippt das Wasser tatsächlich nach Ablauf des MHD um.

Gesetzliche Bestimmung für ein Ablaufdatum

Hinzu kommt eine gesetzliche Verpflichtung für die Hersteller von Wasserflaschen. Da sie ein Produkt herstellen, dass als Lebensmittel gilt, sieht der Hersteller vor, dieses mit einem Ablaufdatum zu kennzeichnen. Somit erhalten Verbraucher außerdem eine Orientierung und wissen, bis zu welchem Tag sie die Flaschen mindestens trinken können. Wer selbst Wasser abfüllt, wird schnell erkennen, dass es zum Abfüllen in Fabriken präzise Schritte zur Einhaltung der Hygiene und Sterilität geben muss, da andernfalls Keime das Wasser schnell belasten würden. Selbst abgefülltes Wasser schmeckt schon nach wenigen Tagen nicht mehr gut und muss meistens weggeschüttet werden.

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