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Haben Bäcker an Silvester auf & wie lange? – Aufklärung

Haben Bäcker an Silvester auf & wie lange

Der Bäcker kann seine Öffnungszeiten an Silvester selber regeln. Da der letzte Tag des Jahres kein Feiertag in Deutschland ist, besteht auch kein Bedarf für eine gesetzliche Sonderregelung. Weil aber manche Bäckereien ihren Mitarbeitern auch eine schöne Zeit für den Jahreswechsel gönnen, kann eine eingeschränkte Öffnungszeit durchaus individuell eingesetzt werden. Wer nicht auf seine frischen Brötchen verzichten möchte, sollte rechtzeitig vor dem Termin die Öffnungszeiten bei seinem Bäcker erfragen oder die Veröffentlichungen der jeweiligen Bäckerei beachten. Ob im Aushang am Laden oder auf der Internetseite des Geschäftes, die Unternehmen kündigen ihre Öffnungszeiten an besonderen Tagen frühzeitig an. Jeder Bäcker kann selbst seine Ladenzeiten bestimmen und oftmals findet man verkürzte Verkaufszeiten für den Tag vor. Der Gesetzgeber gibt keine Normen vor und bestimmt nur für die Feiertage die Öffnungszeiten mit.

Am Neujahrstag darf der Bäcker öffnen

Je nach Bundesland gibt es besondere Regelungen der Öffnungszeiten für Feiertage. Die meisten Bundesländer genehmigen Unternehmen mit einem bestimmten Sortiment, in diesem Fall Back- und Konditorwaren, eine Öffnungszeit an Feiertagen bis zu 5 Stunden. Ob der Bäcker diese Regelung in Anspruch nimmt, entscheidet er selbst. Seine Entscheidung ist dabei von verschiedenen Aspekten abhängig. Die unternehmerische Seite des Problems liegt darin, ob ein ausreichender Bedarf an Backwaren besteht, ob genügend Laufkundschaft die Öffnungszeiten an Feiertagen nutzt oder ob es Waren gibt, die eventuell bei langen Schließzeiten verderben. Aber auch die Frage nach dem Personal ist ausschlaggebend. Kann das Personal mit dem vorhandenen Personalschlüssel die Öffnungszeiten regelrecht bedienen, wie hoch sind die Zuschläge für Feiertagsarbeit und amortisieren sie sich, oder möchte das Unternehmen lieber den Mitarbeitern den freien Tag bieten statt eines Mehrverdienstes? Die Entscheidung über individuelle Öffnungszeiten an Neujahr liegt also auch beim Unternehmen.

Kann man sich als Bäckermeister den Service noch leisten?

Die immer stärker werdende Konkurrenz auf dem Backwarenmarkt ist einer der Gründe, warum sich nicht in jedem Fall ein so besonderer Service wie die Ladenöffnung an Silvester oder an Feiertagen lohnt. Viele Kunden nehmen den Trend der Prebake-Waren an und kaufen ihre Brötchen oder andere Backwaren beim Discounter oder online ein. Diese Waren liegen im Preis deutlich unter dem Angebot der traditionellen Handwerksbäckereien. Man zahlt aufgrund der viel niedriger ausfallenden Personalkosten nur zwischen 25 und 50 Prozent des Preises, den man für vergleichbare Waren in der Bäckerei bezahlt. Wer gerne den Service des Bäckermeisters um die Ecke weiter wahrnehmen möchte, sollte ihn durch den Einkauf dort regelmäßig unterstützen. Die Handwerksbäckereien sind auf ihre treuen Kunden angewiesen, denn nur der regionale Kauf von Waren wird den Erhalt der beliebten Bäckereien sichern. Der Bäckermeister kann nur dann viel Service bieten, wenn die Kunden diesen auch wahrnehmen.

Wenn Brot und Backwaren nicht verkauft werden

Ein weiteres Problem besteht darin, dass sehr viele Backwaren nicht verkauft werden, die mit wertvollen Rohstoffen, einem erheblichen Personalaufwand und teurer Energie hergestellt wurden. Dabei spielen kleine Bäckereien keine so große Rolle wie beispielsweise die Großbäckereien. Im Jahr 2015 konnte man auf eine Gesamtproduktion von 4,5 Millionen Tonnen Backwaren verweisen, davon wurden 1,7 Millionen Tonnen nicht zu Speisezwecken verkauft. Diese Retouren gehen dann den Weg ins Tierfutter, landen in der Müllverbrennung oder dienen bestenfalls noch in der Biogasanlage als verwertbare Energiequelle. Der Gedanke an die Umwelt und die kostbaren Ressourcen, die für die Herstellung von Backwaren verschwendet wurden, schmerzt. Es wird Wasser verunreinigt, Ackerland für die Produktion von Getreide sinnlos besetzt und der Kohlendioxidausstoß bei dem hohen Energieeinsatz zur Erzeugung der Backwaren ist unnötig. Die kleinen Bäckereien gehen übrigens sehr verantwortungsvoll mit der Planung der Produktion nach dem voraussichtlichen Bedarf um. Sie können sich zu viele Retouren gar nicht leisten. Deshalb ist ihre Überlegung, ob an Silvester oder Neujahr geöffnet ist, auch abhängig davon, ob Kunden das Angebot nutzen oder ob die Backwaren dann im Abfall landen.

Planungssicherheit kann den Service erleichtern

Wenn Kunden auf den Servcie ihres Lieblingsbäckers an Feiertagen oder an Silvester nicht verzichten wollen, dann wäre eine Bestellung für den genauen Tag eine Hilfe für den Bäcker. Vielleicht wäre die Vorbestellung von vielen Kunden eine Möglichkeit, die Planungssicherheit des kleinen Geschäftes zu erhöhen. Manche Bäckereien legen Bestellformulare aus, wenn es um bestimmte Backwaren oder um größere Mengen an Brötchen und Brot geht. Auch die Kommunikation mit der Verkäuferin kann Unklarheiten beseitigen, ob Kunden den Weg zu ihrem Bäcker vor und am Feiertag gern auf sich nehmen.

Quelle: WWF-Studie „Unser täglich Brot“